Vereinschronik

90 Jahre FC SPORTFREUNDE 1920 RAUTHEIM e. V.

Die ersten Zeilen dieser Chronik gelten als Dank all den Frauen und Männern unseres Vereines, die sich in den zurückliegenden 90 Jahren selbstlos und freiwillig zum Wohle des FC Sportfreunde 1920 Rautheim e. V. eingesetzt haben und weiterhin einsetzen werden, um unseren Verein mit Leben zu erfüllen. Natürlich richtet sich der Dank auch an unsere Sponsoren und Förderer, an die Stadt Braunschweig mit ihren Institutionen und die örtliche Gemeinschaft in Rautheim. Danke allen Freundinnen und Freunden des FC Rautheim, national und international.


Als in den Frühlingstagen des Jahres 1920 sich einige Jugendliche aus Rautheim zusammenfanden, um Fußball zu spielen, konnten sie nicht ahnen, dass sie damit den Grundstein für einen Verein legten, der rund 90 Jahre später fast 800 Mitglieder zählen sollte.


Nach dem Ende des 1. Weltkrieges suchte die Jugend nach neuen Idealen. Ein Teil von ihnen fand sie beim Sport, damals hauptsächlich beim Fußballspielen.


Aber die Jugendlichen fanden zur damaligen Zeit selten Unterstützung durch ihre Eltern oder durch öffentliche Organe. So standen weder Sportbekleidung, Sportgerät noch ein Spielfeld zur Verfügung. In den ersten 10 Jahren des Vereins spielten die jungen Leute entweder auf einer Wiese, einem Stoppelacker oder auf einem ehemaligen Exerzierplatz in der Nähe der heutigen Lindenbergsiedlung. Die Tore wurden selbstgefertigt und mussten zur jeweiligen Spielstätte getragen werden. Dass der Spielbetrieb trotz all dieser schwierigen Bedingungen nicht zum Erliegen kam, konnte nur dem Idealismus der Mitglieder verdankt werden. Auch die Inflation in den zwanziger Jahren machte allen zu schaffen. Die finanzielle Lage jedes einzelnen wurde immer bedenklicher. Trotzdem blieben die ca. 20 Vereinsmitglieder zusammen oder gerade wegen dieser so schwierigen Lage.


Die Kameradschaft innerhalb des kleinen Vereins war geradezu vorbildlich. Auch nach den Spielen wurde durch geselliges Beisammensein das innere Band immer mehr gefestigt.


Als dann die schwere Zeit der Inflation und der ersten Schwierigkeiten überwunden war, wurden die Mühen und Anstrengungen durch die Gemeinde belohnt. Im 10. Gründungsjahr konnte endlich nach langen und schwierigen Verhandlungen ein Gelände angepachtet werden, auf dem in der Nähe des jetzigen Sportplatzes eine Sportanlage errichtet wurde.


Zwangsläufig fanden neue Sportler den Weg nach Rautheim. Schon bald spielten vier Mannschaften im Namen des FC Rautheim. 2 Herren-, 1 Jugend- und 1 Knabenmannschaft konnten aufgestellt werden, so dass der Spielbetrieb starken Auftrieb erhielt. Doch der zweite Weltkrieg setzte der Aufwärtsentwicklung ein jähes Ende. Die meisten Mitglieder mussten in den Krieg ziehen. Der Spielbetrieb kam zum Erliegen. Der mit viel Mühe, Fleiß und Ausdauer errichtete Sportplatz verwaiste, wurde, der Not gehorchend, der Bevölkerung als Gartenland zur Verfügung gestellt.


Im Mai 1945 war der Krieg endlich beendet. Viele kehrten in ihre Heimat zurück, andere ruhen in fremder Erde. 1946 schlossen sich dann die alten Mitglieder wieder zusammen, und es kamen, bedingt durch den allgemeinen Flüchtlingsstrom, neue, junge und sportlich interessierte Menschen dazu, und man versuchte, den Verein wieder ins Leben zu rufen. Am 4. Mai 1946 wurde der Verein von der damaligen Militärregierung unter dem alten Namen


- FC SPORTFREUNDE 1920 RAUTHEIM e. V. -


wieder zugelassen. Bereits ein Jahr später konnte der frühere Platz wieder instandgesetzt werden. Jetzt wuchs der Verein auch von unten her. Der alte Mannschaftsstand konnte wieder erreicht werden. Alle Mannschaften nahmen am Punktspielbetrieb des Fußballkreises Braunschweig-Land teil.


Und der Verein wuchs weiter. Zu der Fußballabteilung kam nun auch im Jahr 1947 eine Tischtennisabteilung sowie eine Leichtathletik- und Damen-Handballabteilung. Aber nur die Tischtennisabteilung konnte sich zu einem starken Zweig des Vereins entwickeln. Später kamen dann die noch heute sehr starke und stets aktive Damengymnastikabteilung und die zahlenmäßig große Kinderturnabteilung hinzu.


Auch Männerturnen (heute Senioren-Sport) und Badminton wurden als selbständige Abteilungen gegründet. Selbst eine Schwimm-Abteilung war einmal – wenn auch nur für kurze Zeit – im Verein vorhanden.


Unter tatkräftiger Mithilfe vieler Vereinsmitglieder (ca. 800 Arbeitsstunden wurden geleistet), aber auch mit finanzieller Hilfe der öffentlichen und sportlichen Institutionen, konnte der Sportplatz 1955/56 verbreitert und instand gesetzt werden. Auch Umkleidekabinen mit den erforderlichen Waschgelegenheiten wurden von den Mitgliedern in der Gaststätte „Sport-Eck“ geschaffen.


Bereits 1955 begann der Verein, auch mit Sportvereinen im In- und Ausland freundschaftliche Kontakte aufzunehmen. Die erste Fahrt führte damals die I. Jugendmannschaft nach Holland, wo sie für fünf Tage Gast bei holländischen Sportfreunden war. Besucht wurden u. a. der Rotterdamer Hafen, der Regierungssitz in Den Haag und das Strandbad in Scheveningen; natürlich wurde auch Fußball gespielt. Und unsere Mannschaft belegte tatsächlich den 1. Platz und konnte eine kostbare Trophäe mit nach Rautheim nehmen.


1957 kamen dann Besuche und Gegenbesuche mit Spielen in Erxleben dazu, die jedoch aus politischen Gründen nicht fortgeführt werden konnten.


1963 wurden außerdem sportliche Kontakte zum SC Rehberge Berlin aufgenommen.


Im Jahre 1962 wurde dem FC Rautheim der gepachtete Sportplatz gekündigt. Viele Verhandlungen wurden geführt, Prozesse folgten, jedoch der Pachtsportplatz war verloren. Zuerst war es der SV Lindenberg, der es dem FC erlaubte, vorerst den Spielbetrieb auf seinem Sportplatz durchzuführen. Dann half die Gemeinde Rautheim mit der Errichtung einer neuen gemeindeeigenen Sportanlage, die 1964 bis 1966 erbaut wurde. Am 18. Juni 1966 fand die feierliche Einweihung dieser Anlage in Anwesenheit vieler Ehrengäste aus dem öffentlichen Leben der Stadt und des damaligen Landkreises sowie Vertretern der Schule, befreundeter Vereine und Verbände statt.


1963 wurde die neuerbaute Turnhalle in Rautheim fertig gestellt und der Sportverein konnte diese Halle in den Nachmittags- und Abendstunden nutzen. Turn- und Gymnastikstunden sowie Tischtennisspiele konnten nun in der Turnhalle und brauchten nicht mehr im Saal des „Sport-Ecks“ stattfinden.


1968 ging es wieder einen Schritt nach vorn. Die Errichtung einer Flutlichtanlage auf dem kleinen Hartplatz gestattete es, die Jugendspiele in den späten Nachmittagsstunden und das Training der Herren in den Abendstunden durchzuführen.


Mit dem 50jährigen Bestehen im Jahre 1970 begann dann die Freundschaft mit zwei französischen Vereinen, die noch heute besteht.


Der „St. Jean de Cachan“ (bei Paris) und der „Union Sportive de Bouillargues“ (bei Nimes) zählen seit nunmehr 25 bzw. 23 Jahren zu besten Sportfreunden des FC Rautheim. Nach einer Fusion mit einem anderen Verein, heißt der Pariser Vorortclub jetzt Club Olympique de Cachan. Inzwischen wurden auch in den Niederlanden und in Finnland echte Freunde gefunden werden. Mit den Vereinen Valkeakoski/Finnland sowie Lelystadt und Haaksbergen/beide Holland verbindet den FC seitdem eine echte Sportfreundschaft, die durch regelmäßige Besuche und Gegenbesuche gefestigt wurde.


Das Jahr 1972 brachte den FC Rautheim wieder einen großen Schritt nach vorn. Die vom Verein geschaffene Umkleide- und Waschmöglichkeit im „Sport-Eck“ konnte stillgelegt werden. Ein neues Sportheim wurde am 30. September 1972 durch Vertreter des damaligen Landkreises Braunschweig und der Gemeinde Rautheim dem FC Rautheim offiziell seiner Bestimmung übergeben. Heute wird dieses Gebäude „Altes Sportheim“ genannt.


Durch diese positiven Veränderungen konnte sich die Fußball-Abteilung noch mehr entfalten. Die Anzahl der aktiven Fußballer stieg und die I. Herrenmannschaft konnte nach dem Aufstieg 1968 in die Bezirksklasse, im Jahre 1974 in die Bezirksliga aufsteigen. In den darauffolgenden Jahren scheiterte sie dreimal hintereinander mit nur jeweils einem fehlenden Punkt am Aufstieg in die Verbandsliga.


Als 1974 durch die kommunale Neugliederung Rautheim zur Stadt Braunschweig kam, musste zwangsläufig der bisher enge Kontakt zwischen der Verwaltung und der Vereinsführung geringer werden. Inzwischen ist aber der Kontakt zwischen den Sportpolitikern der Stadt Braunschweig, den zuständigen Mitarbeitern des Sportamtes und der Vereinsführung wieder auf einem Stand, der hoffnungsfroh in die Zukunft blicken lässt.


Im Jahre 1974 wurde die Seniorenschaft gegründet, der alle Mitglieder über 40 Jahre angehören. Das Ziel ist war, die Geselligkeit zu pflegen und vor allem auch gemeinsam mit den Ehefrauen/Ehemännern einige gesellige Stunden im Jahr zu verbringen.


Heute besteht die Seniorenschaft in dieser Form nicht mehr. Es haben sich zwei Gruppierungen gefunden. Zum einen, die „Alten Säcke“, eine Vereinigung der langjährigen „Stammtischbrüder“ mit einem Alter von Ü 50 sowie die Rautheimer Jungsenioren. Die „Jungsenioren“ gehören nicht zwangsläufig zum FC, aber fast 2/3 der Mitglieder gehören dem Sportverein an. Wanderungen, Fahrten und Reise sowie ein 14-tägliches Treffen gehören zum geselligen Programm. Beide Gruppierungen – Alte Säcke und Jungsenioren – überlappen und bilden keine Konkurrenz zueinander.


In den 70er Jahren wurde außerdem begonnen, noch mehr Aktivitäten zu entwickeln, um den Zusammenhalt im Verein zu festigen. Gleichzeitig sollte erreicht werden, dass der FC Rautheim über die Grenzen unserer Heimat hinaus bekannt wurde. Anfang der 70er Jahre veranstaltete der FC einen Familienausflug, an dem rund 130 Eltern und Kinder teilnahmen.


Es begannen auch die jährlichen Himmelfahrts-Wanderungen mit jeweils mehr als 100 Teilnehmern. 1975 richtete der Verein ein Volksfest in eigener Regie aus, dass von den Rautheimer Bürgern bestens angenommen wurde. Ein Kappenfest im Sport-Eck war damals ebenfalls hervorragend besucht. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf über 600 gestiegen, die Verwaltungsarbeit nahm zu. In Eigenarbeit wurde im Keller des Sportheims ein Büro eingerichtet und gleichzeitig in der Garage durch zusätzliche Wände eine weitere Kabine und ein Arbeitsraum geschaffen. Für das jährliche Herbstvergnügen war inzwischen der Saal des „Sport-Ecks“ zu klein geworden. So wurde 1979 dieses Vergnügen zum ersten Mal nicht in Rautheim, sondern im Schützenhaus in Braunschweig veranstaltet. Es kamen über 300 Mitglieder und Freunde des Vereins, um gemeinsam einige Stunden in geselliger Runde zu verbringen und das Tanzbein zu schwingen.


1978 war dann ein ganz wichtiges Jahr für den FC Rautheim. Wolfgang Linde, damals Vereinsjugendleiter, und Horst Siedentopf, 1. Vorsitzender, jetzt Ehrenpräsident, hatten eine Idee, die aufgrund vieler Auslandsfahrten entstanden war. Diese Idee wurde dann in die Tat umgesetzt und Pfingsten 1978 veranstaltete der Verein seine erste Internationale Jugendbegegnung, ein Fußballturnier für B-Jugend-Mannschaften, das von da an alle zwei Jahre stattfand und im Jahr 2008 zum 16. Mal durchgeführt wird. Mannschaften aus Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Polen, Schweden, der Schweiz, Spanien und Weißrussland waren in der zurückliegenden Zeit bei uns zu Gast. Sie wurden auf Kosten des FC untergebracht und verpflegt. Viel Arbeit und viele helfende Hände waren nötig, um diese für den FC Rautheim, aber auch für die Völkerfreundschaft und Völkerverständigung, so wichtige Sache veranstalten zu können. Heute hat die Internationale Jugendbegegnung in Rautheim einen Stellenwert erlangt, der seinesgleichen sucht. Die Veranstaltung ist über die Grenzen Braunschweigs hinaus bekannt. Der FC Rautheim ist der einzige Verein in der gesamten Region, der eine solche Veranstaltung durchführt. Ganz Rautheim, natürlich auch die ausländischen und inländischen Gäste, fiebern schon lange im Voraus dem alle 2 Jahre stattfindenden Highlight entgegen. Auch die mehr als 120 ehrenamtlichen Helfer können den traditionellen Beginn in der Pfingstwoche oft kaum erwarten. Der wichtigste Satz heißt immer: Liebe Freunde, in 2 Jahren sehen wir uns in Rautheim wieder, seid schon jetzt "Herzlich Willkommen“.


Zum Thema Internationale Jugendbegegnungen gehören natürlich die Auslandsfahrten der Fußballjugend. Jedes Jahr zu Ostern fährt die B-Jugend schon zu den zuvor erwähnten Freunden in die Provence zu Union Sportive de Bouillargues. Seit 1977 sind so sportliche, aber auch tiefe persönliche Freundschaften entstanden. Ebenso fahren D- und C- Jugend gemeinsam alle 2 Jahre über Pfingsten zu den Freunden nach Cachan / Paris, so dass auch diese Freundschaften mittlerweile sehr vertieft sind. Seit dem Jahr 2000 fanden einige Fahrten zu Vereinen nach Italien und Spanien statt. Auch diese wurde als große Erfolge bezeichnet. Hier muss es sich aber noch beweisen, ob diese Beziehungen von längerer Dauer sein werden. Kaum erwähnt werden muss da natürlich, dass all diese befreundeten Clubs immer wieder über Pfingsten in Rautheim zu Gast sind.


An dieser Stelle sei allen Helfern aus allen Abteilungen des FC Rautheim nochmals ganz herzlich für ihr Engagement bei der Durchführung dieser Großveranstaltungen gedankt.


Je größer der Verein wurde, desto lauter wurde der Ruf nach einem 2. Spielfeld, zumal der Rasenplatz in der wettermäßig schlechten Jahreszeit zu sehr beansprucht wurde und oft nicht bespielbar war. 1984 bekam der Verein nach vielen Verhandlungen und Bemühungen endlich grünes Licht. Die Verhandlungen der Stadt Braunschweig zogen sich über viele Jahre hin und standen schon kurz vor der Enteignung der Grundstückseigentümer. Dies konnten und wollte der damalige Vorstand jedoch nicht zulassen, um das hervorragende Verhältnis zwischen dem Verein und den Rautheimer Bürgern nicht zu gefährden. Endlich konnte 1984 begonnen werden, einen 2. Platz als Hartplatz zu bauen, um vor allem den Rasenplatz zu schonen und allen sportbegeisterten Mitgliedern Gelegenheit zu geben, ihren Sport auszuüben.


1985 konnte dann dieses zweite Spielfeld einschließlich einer Flutlichtanlage eingeweiht werden.


In den darauffolgenden Jahren sank die Leistungsstärke der Herren-Fußball-Mannschaften – mit Ausnahme der Alten Herren, erheblich. Durch Abgänge guter Spieler, Überalterung und Mangel an Nachwuchs ging es bedauerlicherweise etwas bergab. Wie viele Sportvereine, so hatten auch der FC darunter zu leiden, dass immer weniger Jugendliche im Fußballspielen die Erfüllung ihrer sportlichen Ambitionen sahen. Danach haben neue, jüngere Leute die Leitung der Fußball-Abteilung übernommen, wodurch eine Konsolidierung eingetreten ist, die auch sofort positive Zeichen einer Aufwärtsentwicklung zeigte. Somit konnte es nur noch bergauf gehen.


Ab 1986/87 wurde der Neubau eines neuen, größeren Sportheims geplant. Hierzu wurde das Einverständnis der Stadt Braunschweig benötigt, welche ja Eigentümer der gesamten Rautheimer Sportanlage ist. Nach vielen Verhandlungsrunden konnte dann endlich eine Einigung erzielt werden. Vorraussetzung für die Genehmigung war jedoch, dass der Verein die gesamte Sportanlage in die eigene Verantwortung übernimmt. Als Gegenleistung gab es einen nicht unerheblichen Zuschuss zur Bausumme und vertraglich zugesicherte Zuschüsse für die Pflege und Unterhaltung der Anlage. Wie viele andere Vereine stimmte auch der FC Rautheim dieser Vereinbarung zu, so dass die Übernahme der Anlage am 1. Januar 1988 erfolgte. Mitte 1988 wurde begonnen, ein neues Sportheim zu bauen. Viele, ja sehr viele, Mitglieder haben tatkräftig zugepackt, so dass ein großer Teil der Herstellungskosten durch Eigenleistungen, einen anderer Teil durch eigene Barmittel finanziert werden konnte. Am 8. September 1989 war es dann so weit. Das neue Vereinsheim wurde unter Mitwirkung der Freunde des Vereins und der Mitglieder, die mitgeholfen hatten, sowie der am Bau beteiligten Firmen feierlich seiner Bestimmung übergeben.


Am 25. Mai 1990 wurde das 70jährige Bestehen unseres Vereins feierlich begehen. Diese Jubiläumsveranstaltung, zu der wir in erster Linie unsere 40 Jahre und länger im Verein befindlichen Mitglieder geladen hatten, fand erstmals in den Räumen des neuen Sportheimes statt.


Auch Anfang der 90er Jahre konnte der tiefe Fall der Fußballabteilung nicht gestoppt werden. Innerhalb von wenigen Jahren ging es somit steil abwärts aus der Bezirksklasse über die Kreisliga in die 1. Kreisklasse. Einher damit ging auch leider eine negative Entwicklung der Mitgliederzahl, welche auf knapp 500 sank.


Für das Spieljahr 1993/94 wurde für die 1. Herren ein neues Konzept erstellt. Klares Ziel war der Aufstieg in die Kreisliga. Das gesteckte Ziel (Aufstieg in die Kreisliga) wurde im dritten Jahr (Saison 95/96) endlich erreicht.Auch in der Fußballjugend ging es jetzt kontinuierlich voran. Mannschaften in allen Altersbereichen konnten gemeldet werden. Die Krönung erfuhr diese Arbeit in der Spielserie 94/95. Die 1993 als B-Jugend neu formierte Mannschaft wurde nach einem aufregenden letzten Spieltag Meister der A-Jugend-Kreisliga. Zum ersten Mal seit 26 Jahren spielte damit wieder eine A-Jugend des FC Rautheim auf Bezirksebene.Die Leistungsstärke konnte dann mit der neubesetzten A-Jugend nicht gehalten werden und der Abstieg war unvermeidbar. Mit einem 3. Platz in der Serie 96/97 klopfte die I. Herren sogar ganz leise an die Tür der Bezirksklasse, schaffte den Aufstieg aber leider auch in den folgenden Jahren nicht. So kam es mal wieder, dass eine ganze Reihe guter Fußballer den FC Rautheim aufgrund finanzieller Verlockungen verließen. (im FC gab und wird es für Fußballer nie Handgelder geben) In der Spielserie 99/2000 konnte deswegen der Abstieg aus der Kreisliga nicht vermieden werden.


Zu erwähnen ist in dieser Chronik sicherlich auch noch die stete Aufwärtsentwicklung der Kinderturnabteilung. Immer mehr Kinder und damit oft auch die Eltern schlossen sich dem FC Rautheim an. Große Verdienste hat sich hier Iris Kauka als Trainerin der Leistungsriege erworben. Die kleinen Turnerinnen des FC Rautheim präsentierten und tun dies auch weiterhin unseren, oftmals kleinsten teilnehmenden Verein, bei Bezirks- und Landesmeisterschaften. Zahlreiche Auszeichnungen konnten hier errungen werden.


Natürlich muss ein Verein, wie der FC, auch mit der Zeit gehen und die aktuelle Entwicklung des Sportes verfolgen. Immer wieder wurde daher das Angebot geändert und erweitert. Zu den Klassikern Fußball, Tischtennis, Damengymnastik (mit allen Facetten: Stepp-Aerobic, Pilates, Rücken-Fit), Kinderturnen und Badminton, kamen jetzt Aqua-Aerobic, Bauchtanz und Nordic-Walking.


Das breite sportliche Angebot, aber auch die Erweiterung Rautheims durch neue Baugebiete, sorgte dafür, dass sich die Mitgliederzahl im Jahr 2007 um die 800 einpendelt.Das scheint zunächst eine sehr positive Entwicklung zu sein, doch sie bringt auch enorme Schwierigkeiten in sich. Dem Zuzug von fast 2000 Neubürgern in Rautheim, wurde die Infrastruktur leider in keiner Weise angepasst. Die vom FC in den Nachmittags- und Abendstunden angemietete Schulsporthalle ist viel zu klein und lässt keinerlei Angebotsanpassungen zu. Im Fußball herrscht ein regelrechter Boom. In der Serie 2007/2008 wird erstmals nach vielen Jahren eine 3. Herrenmannschaft gemeldet. In der Fußballjugend sind alle Spielklassen einige sogar doppelt besetzt. Zu keiner Zeit der Vereinshistorie haben mehr Mannschaften (15) für den FC Fußball gespielt. Hier ist der Vorstand bemüht langfristig in Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig einen zweiten Rasenplatz, wenn möglich auf der angrenzenden Volksfestwiese, zu errichten.
Die Stimmungskurve der Fußballabteilung zeigt insgesamt wieder nach oben. Ein neues Konzept mit dem klaren Ziel möglichst schnell in die Kreisliga später sogar in die Bezirksliga aufzusteigen ist die große Motivation. Auch die Jugendmannschaften werden fast ausnahmslos von lizensierten Übungsleitern trainiert. Die B-Jugend wurde in der Saison 2006/2007 Kreismeister und ist in die Bezirksliga aufgestiegen.


Der FC Rautheim blickt also trotz manch kleiner Probleme in eine hoffnungsfrohe Zukunft nach dem Motto:


„Unsere Zukunft ist auch die Tradition“